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 Neujahrskonzert mit den “Turnerlerchen” 

Neujahrskonzert mit den “Turnerlerchen

Samstag, 5. 1. 08, 20 Uhr

Im Turnverein Hinterweidenthal wird gesungen und zwar seit weit über 30 Jahren in einer eigenen Abteilung. In den Anfängen wurde geübt für Weihnachtsfeiern, Geburtstagsständchen und sonstige Veranstaltungen des Vereins, insbesondere auch für die Faschingszeit zur Mitgestaltung der weithin bekannten Prunksitzungen.

Schnell hatte die Singgruppe an Profil gewonnen und sich den Namen „Turnerlerchen“ gegeben. Seit jeher singen 15 bis 20 Männer in dieser Formation. Berthold Schwenk aus Albersweiler war der erste Übungsleiter und Dirigent. Er hat die Gruppe rd. 20 Jahre lang trainiert und es war für ihn keine leichte Aufgabe. Aber der „Bertel“ wusste genau worauf es ankam und hatte die Gabe, mit oft etwas außergewöhnlichen Methoden die „wilde Truppe“ zu bändigen.

Bertel ist leider allzu früh auf tragische Weise 1994 verstorben, aber die Turnerlerchen haben nach relativ kurzer Zeit in Franz Hager jr. und Klaus Hornberger einen Ersatz gefunden. Da die neuen Dirigenten noch vielfältigen anderen musikalischen Tätigkeitsfeldern und Interessen nachgehen, haben sie sich Proben und Auftritte der Turnerlerchen geteilt. Für Franz Hager ist zwischenzeitlich Horst Schäfer eingesprungen, der sich nun die Arbeit mit Klaus Hornberger teilt.

Für die Turnerlerchen ist die doppelte Dirigentenbesetzung als Herausforderung zu sehen: Sie sind gehalten, sowohl in den Proben als auch bei den Auftritten flexibel zu reagieren und auf die unterschiedlichen Anforderungen und die Vorstellungen der Dirigenten einzugehen. das hält jung, spornt den Ehrgeiz an und ist nie langweilig.

Immerhin sind die Turnerlerchen so ziemlich im „gehobenen Mittelalter“ und alle warten sehnlich auf Verstärkung durch jüngere Sänger. Aber ganz einfach ist das nicht, denn das Selbstverständnis der Turnerlerchen besteht darin, neben dem Gesang auch die Geselligkeit nicht minder intensiv zu pflegen. Das kann zuweilen sehr anstrengend sein.

Die Turnerlerchen proben jeden Freitag in der Teufelstisch-Turnhalle ab 20 Uhr. Der Chor besteht derzeit aus 20 Sängern, die mit Akkordeon, Gitarre und Contrabass begleitet werden. Es stehen durchschnittlich etwa 25 bis 30 Auftritte im Jahr an, die sich auf die nähere und weitere Umgebung bis in die Vorder- und Südpfalz verteilen. Das Repertoire ist weit gefächert, es reicht von Stimmungsliedern über Volkslieder, Balladen, Liedern der Volksmusik bis zu feierlichen Gesängen.

Die „Turnerlerchen“ aus Hinterweidenthal unter der Leitung von Klaus Hornberger bei ihrem gelungenen „Neujahrskonzert“ in Vinningens Kulturzentrum „Alte Kirche“

“Turnerlerchen” singen mit Schwung und Lebensfreude

Musikalische Darbietungen voller Schwung und Lebensfreude standen im Vordergrund des diesjährigen Neujahrskonzertes in Vinningens „Alter Kirche“. Als Garanten für einen mitreißenden Gesang, der immer wieder auch zum Mitklatschen oder Schunkeln einlud, erwiesen sich die „Turnerlerchen“ des TV Hinterweidenthal, die mit diesem Auftritt im Vinninger Kulturzentrum voll und ganz überzeugen konnten.

Für die gut zwanzigköpfige Truppe unter der Leitung von Klaus Hornberger war das Gastspiel in Vinningen aber auch ein ganz besonderes Ereignis, auf das man sich aus diesem Grunde bestens vorbereitet hatte. Zwar stand man in den vergangenen dreißig Jahren schon auf vielen Bühnenbrettern, doch immer nur als Mitwirkende. In der „Alten Kirche“ trat man dagegen erstmals als Akteur auf, der für das gesamte Konzert verantwortlich zeichnete, und diese Aufgabe bewältigte man souverän und ohne irgendwelche Mängel.

Begleitet wurde der Chor durch das Akkordeon des Dirigenten, gelegentlich auch durch das gleiche Instrument des Co-Dirigenten Horst Schäfer, sowie durch einen Bass und eine Gitarre. Als Show-Effekte hatte man im zweiten Teil des gut anderthalbstündigen Debüts den Auftritt eines „Pfälzers“ mit „Brot un Worscht“ sowie von zwei „Tirolern mit Dreschflegeln“ eingebaut, optisch reizvolle Beilagen zum akustischen Genuss, insbesonders nachdem beim Lied von „Dings und Dingsbums“ der auftauchenden „Mann aus de Palz“ nicht auf der Bühne blieb, sondern noch das Publikum umrundete.

Das Humor bei den „Turnerlerchen“ groß geschrieben wird, demonstrierte man auch beim Lied „Hinter`m Hühnerstall“, das mit dem Gegacker eines gekonnt imitierten Huhns nicht nur eingeleitet, sondern auch begleitet wurde. Tat sich das Publikum anfangs noch etwas schwer, was das Mitmachen betraf, so sorgten insbesonders Lieder wie „Wochenend und Sonnenschein“, „Chiantiwein“ und schließlich der „Rheinlieder-Potpourri“, dass die Atmosphäre zusehends gelockert wurde.

Nachdem zum zweiten Konzertteil, nach einem Glas Sekt und in neuem „Outfit“, der „Turnerlerchen“ singend eingezogen waren, und zwar mit dem Text „Die Gläser sind leer“, gesungen nach der Melodie des „Gefangenenchors“ aus „Nabucco“, wurde schließlich recht munter je nach Lied mitgeklatscht oder mitgeschunkelt. Dass jedoch der Chor es immer wieder schafft, auch die Kurve zu besinnlichen Lieder zu kriegen, das bewies man sowohl zwischendurch, beispielsweise durch „Bajazzo“ oder „Lieder so schön wie der Norden“ und schließlich durch die Schlusspunkte „Weil wir Freunde sind“ und „Nehmt Abschied Brüder“.

Keine Frage, dass das Publikum für die mitreißenden Lieddarbietungen zu keinem Zeitpunkt mit Beifall geizte. Der Draht zwischen Bühnenakteuren und Zuhörern war schnell geknüpft und riss zu keinem Zeitpunkt mehr ab. Der sich sozusagen zwangsläufig ergebene Ruf nach Zugaben wurde von den offensichtlich angetanen Sängern erhört und mit zwei weiteren Liedern bedacht. Einziger Wermutstropfen des Abends, der allerdings den Konzerterfolg keinesfalls minderte: Lediglich ein knappes halbes Hundert an Zuhörern hatte sich eingefunden, um sich musikalisch mit viel Lebensfreude und Optimismus für die Anforderungen des neuen Jahres wappnen zu lassen.

Albert Fischer und Edmund Bauer bei ihrem Solostück “Tiroler Bauern” (rechts) und “Egon” als “Pälzer mit Worscht un Brot” (unten) beim Lied “Dings und Dingsbums”